Kürze und Nichtigkeit des Lebens ein Beweggrund zum Mitleid für Gott.
Ich sprach: ich will mich hüten
Vor Zungensünden,
So lang der Frevler vor mir,
Den Mund mir zügeln.
Ich schwieg, verstummte gramvoll;
Drob wuchs mein Schmerz noch.
Mein Herz im Busen glühte;
Beim Sinnen brannt' es.
Da sprach ich zu Jehova:
Lehr' mich mein Ende!
Zeig' meiner Tage Maß mir,
Wie kurz mein Leben!
Du hast ja spannenlang nur
Bestimmt mein Leben;
Wie nichts sind meine Tage,
Nur Hauch die Menschen.
Sie wandeln nur wie Schatten;
Hauch ist ihr Treiben.
Sie sammeln ein, nicht wissend,
Wem es zu gut kommt.
Und nun, worauf, Herr, hoff' ich?
Du bist mir Zuflucht!
Sprich mich von aller Schuld frei,
Und schaff mir Rettung!
Lass mich nicht Frevlers Spott sein,
Und Hohn dem Toren!
Ich schwieg, tat nicht den Mund auf,
Weil Du's getan hast.
Entfern' von mir den Schrecken!
Dein Schlag ist furchtbar.
Durch Deiner Hand Befeindung
Bin ich zerrieben.
Mit Züchtigung für Sünden
Bestrafst den Mann Du.
Sein Wunsch vergeht gleich Motten;
Nur Hauch sind Menschen!
Hör' mein Gebet, Jehova,
Vernimm mein Rufen!
Zu meinen Tränen schweig nicht,
Zu meinem Flehen!
Dein Gast bin ich, ein Fremdling,
Wie meine Väter.
Eh' ich auf immer schwinde,
Blick' weg, gönn' Ruhe!